Es kommt schon mal vor, da brauche ich dringend einen schlauen Rat.
Weil etwas nicht funktioniert, weil ich nicht mehr weiter weiß. Oder eine Entscheidung ansteht.
Und manchmal fällt mir einfach keiner ein, der mir diesen passgenauen Rat geben kann.
Kennst du die berühmte Frage „Was würde Jane (Austen) tun“?
Ich fragte mich: „Was würde mir Robin Hood sagen? Welchen Rat hätte er für mich?“
Warum Robin Hood? Er ist ein Held meiner Kindheit. Seine Geschichten wurden zu meiner Heimat. Ich lebte mit ihm, Lady Marion, Bruder Tack, Little John und dem Rest seiner Bande im Wald, erlebte Abenteuer und Gemeinschaft. Robin Hood ist schlau, aufrecht und stark. Er wäre mein idealer Ratgeber.
Und dann dachte ich, warum mir das Hirn zermartern, was Robin Hood mir raten würde, wenn ich mich auch direkt mit ihm unterhalten kann…
Wie das geht? Und warum das funktioniert?
Das erkläre ich dir kurz hier:
Vielleicht hast du schon mal etwas von der Arbeit mit deinem inneren Kind oder deinem inneren Jugendlichen gehört?
Dabei geht es darum, mittels Meditation und Innenschau zu deinen inneren Kind-Anteilen zu reisen. Zu schauen, ob da noch Verletzungen schlummern, die auf dein jetziges Ich Auswirkungen haben. Das ist die Kurzversion.
Letztendlich unterhältst du dich mit inneren Anteilen von dir.
Und ich dachte mir – Robin Hood war und ist in mir so lebendig, vielleicht gibt es einen inneren Robin Hood, also einen Weisheitsanteil in mir, mit dem ich mich unterhalten kann.
Von dem ich direkt aus mir selbst einen guten Rat erhalten kann.
Kaum hatte ich die Augen zu und meine Absicht kundgetan, stand ich schon mit Pfeil und Bogen an einem mittelalterlichen Übungsschießstand, neben mir Robin Hood, der entsetzt den Kopf schüttelte. „Was machst du denn?“, grummelte er. „Fokus, du brauchst Fokus!“ Und ich merkte, dass ich überall hin zielte, in den Wald, in den Himmel, nur nicht auf die Strohscheibe vor mir.
„Aha“, dachte ich. „Das ist die Lösung. Warum bin ich da nicht selbst drauf gekommen?“ Robin half mir, mich zu fokussieren und zu konzentrieren und als ich den Pfeil losließ, wusste ich, was ich in der Wachwelt ändern konnte.
Ich bedankte mich und tauchte wieder ins Wachbewusstsein.
Es hatte funktioniert! Ich war begeistert! Dass das Aufsuchen innerer Weisheit so viel Spaß machen konnte! Also besuchte ich ihn öfter.
Einmal fragte ich ihn, was ich gerade brauche, da es mir seelisch nicht so gut ging. Und ich fand mich auf dem Baumstamm über dem Fluss wieder, auf dem Robin und Little John in der Geschichte mit Stöcken um das Übersetzen gekämpft hatten. Ich stand in einer kranichähnlichen TaiChi-Figur mit einem Bein auf dem Balken und versuchte, damit zu balancieren. Und mich überkam eine große Ruhe und Entspannung. „Es geht um die Balance“, sagte Robin, während mich Bruder Tack wohlwollend vom Ufer aus anlächelte.
Das sind Ratschläge, die ich in meinem Alltag dann umsetzen darf. Das verlangt manchmal Mut, Kreativität und auch Disziplin. Aber es funktioniert.
Auf diese Weise kannst du dich mit allen inneren Anteilen von dir unterhalten. Mit deinem Herz, mit deiner Kreativität, auch mit deinem Schmerz und deiner Trauer.
Wie geht das?
Wenn du noch keine Erfahrung mit Innenreisen hast, empfehle ich dir, mit geführten Meditationen anzufangen. Mit mehr Übung geht es meist schneller, die Verbindung herzustellen.
Ich gebe dir hier eine Anleitung, die du für dich anpassen kannst:
Meditationsreise zu deinen inneren Anteilen bzw. deinen inneren Helden
1. Erdung
Bevor du energetische Arbeit machst, empfehle ich dir, dich zu erden. Damit du nicht einfach geistig davonflatterst.
Du kannst dir vorstellen, wie aus deinen Füßen Wurzeln wachsen, bis in den Kern der Erde. Dort verankerst du dich und lässt die wohltuenden Energien der Erde in dir aufsteigen.
2. Schutz
Stell dir vor, du bist in einem geschützen Raum. Hier bist du vollkommen sicher. Es kann dir nichts geschehen. Wenn irgendetwas in deinen Innenreisen sich nicht gut anfühlt und du dich unwohl fühlst, kehre hierhin zurück.
3. Atmen
Atme ein paar mal tief ein und aus. Komm zur Ruhe. Zentriere dich in deiner Mitte.
4. Absicht
Stelle dir klar deine Absicht vor. Zum Beispiel, zu einem inneren Helden deiner Kindheit zu reisen mit einer bestimmten Fragestellung.
5. Reise dorthin
Entweder, du landest sofort an dem Ort und bei dem Anteil, den du treffen möchtest.
Oder du stellst dir vor, wie ihr euch in eurem geschützten Raum trefft. Dort erscheint ein Tisch, zwei Stühle, Tee oder Kaffee, ein paar Kekse, Fenster erscheinen und geben eine schöne Aussicht frei. Und du lädst jetzt deinen inneren Weisheitsanteil ein, zu dir zu kommen. Eine Tür erscheint, und durch diese Tür tritt jetzt der Anteil und ihr setzt euch hin und unterhaltet euch.
Oder du gehst durch eine Tür durch deinen geschützten Raum und gehst durch einen Wald, durch einen Tunnel, durch ein Tor – was sich dir für Bilder zeigen. Und am Ende dieses Durchgangs bist du in der Welt deines inneren Weisheitsanteils angekommen und ihr trefft euch dort.
6. Unterhalten
Beobachte, wo du bist, was du machst, wie du dich fühlst. Sieh dir deinen Weisheitsanteil an. Was trägt er, welche Farben, welchen Gesichtsausdruck hat er? Und dann stelle ihm deine Frage.
Beobachte, was geschieht. Vielleicht antwortet er dir. Oder er zeigt dir etwas. Oder du fühlst eine Veränderung bei dir. Lasse die Bilder zu, beobachte. Wenn sich jedoch etwas nicht gut anfühlt, trete sofort den Rückzug in deinen geschützten Raum an.
Du kannst ihm so viele Fragen stellen, wie du möchtest. Wenn du das Gefühl hast, es ist alles geklärt oder das reicht für dieses mal, bedanke dich und gehe zurück.
7. Zurückkommen
Atme wieder ein paar mal tief ein und aus, lass alles los, was dich an dem Ort noch hält, und kehre allmählich mit deinem ganzen Sein in dein Wachbewusstsein zurück.
8. Aufschreiben
Schreibe dein Erlebnis und deine Eindrücke am besten sofort auf. Die meisten Dinge vergessen wir sonst wieder schnell
9. Umsetzen
Du hast eine Lösung, einen guten Rat bekommen? Überlege, wie du ihn umsetzen kannst. Und dann tu es.
Hier sind ein paar mögliche Fragen, die hilfreich sein können:
„Was brauche ich gerade, damit … „
„Was brauche ich gerade, um … zu sein?“
„Welche Entscheidung dient mir am besten? Das … oder das ….?“
„Warum geht es gerade nicht weiter?“
„Warum ist das … gerade so und so?“
„Gibt es etwas, dass ich tun kann, damit ….?“
„Wo darf ich genauer hinschauen?“
„Was hat mir … Situation gezeigt?“
Ich wünsche dir eine einsichtsvolle Zeit mit deinen inneren Helden!
Und bin ein wenig neugierig: Wer sind die Helden deiner Kindheit, von denen du dir gerne einen Rat einholen würdest? Und welche Abenteuer hast du beim Reisen in dein Inneres erlebt?
Wenn du magst, teile gerne davon etwas in den Kommentaren. Ich freue mich, von dir zu lesen!
Deine Carina
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Titelbild: Carina Harbich

